Was soll ich heute anziehen?
Zieh dich nach der gefühlten Temperatur an, nicht nach der Lufttemperatur, und richte dich danach, wie lange du draußen bist. Unter etwa 15 °C brauchen die meisten Menschen eine Jacke, bei Wind oder Regen schon früher. Liegen Höchst- und Tiefstwert mehr als etwa 8 °C auseinander, brauchst du eine Schicht, die du ausziehen kannst. Wo genau deine Grenze liegt, ist von Person zu Person verschieden.
Die gefühlte Temperatur ist die Zahl, die zählt
Die Lufttemperatur beschreibt die Luft. Die gefühlte Temperatur beschreibt, was diese Luft mit einem Menschen macht, der darin steht — und genau dagegen ziehst du dich an. Unterhalb von etwa 10 °C ist Wind die wichtigste Korrektur, weil bewegte Luft die dünne warme Schicht abträgt, die dein Körper an der Haut hält. Darüber übernimmt die Luftfeuchte, weil sie bestimmt, wie leicht Schweiß verdunsten kann.
Deshalb sind 13 °C bei Sonne und Windstille und 13 °C bei 30 km/h Wind nicht dieselbe Entscheidung, obwohl im Wetterbericht dieselbe Zahl steht.
Grobe Bänder für den Tag
Das sind Planungsbänder, keine exakten Grenzwerte. Lies die Zeile für die Bedingungen, in denen du wirklich sein wirst — nicht für die, die du gerade aus dem Fenster siehst.
| Gefühlte Temperatur | Windstill und sonnig, kurzer Weg | Windig oder bedeckt | Über eine Stunde draußen |
|---|---|---|---|
| 18 °C und mehr | Keine Jacke | Keine Jacke | Nach Sonnenuntergang eine leichte Schicht |
| 13 bis 18 °C | Meistens keine | Leichte Jacke | Leichte Jacke |
| 7 bis 13 °C | Leichte Jacke | Jacke | Jacke, geschlossene Schuhe |
| 2 bis 7 °C | Jacke | Isolierte Jacke | Isolierte Jacke, Mütze |
| Unter 2 °C | Isolierter Mantel | Mantel, Mütze, Handschuhe | Mantel, Mütze, Handschuhe, Ohren bedeckt |
Zwei Spalten derselben Zeile können sich um ein ganzes Kleidungsstück unterscheiden. Das ist der Punkt: ein Wetterbericht, der nur die Lufttemperatur nennt, sagt dir nicht, in welche der beiden Situationen du hinausgehst.
Wie lange du draußen bist
Die Dauer verändert die Antwort stärker, als die meisten erwarten, denn Wohlbefinden in Minute eins und in Minute sechzig sind verschiedene Ziele.
| Zeit draußen | Um 10 °C | Um 2 °C |
|---|---|---|
| 5 Minuten | Was du gerade anhast | Mantel, sonst nichts |
| 20 Minuten | Eine leichte Schicht | Mantel und Handschuhe |
| 1 Stunde | Leichte Jacke, geschlossene Schuhe | Mantel, Handschuhe, Mütze |
| 3 Stunden oder mehr | Jacke, und rechne mit fallender Temperatur | Mantel, Handschuhe, Mütze, bedeckte Ohren, warme Socken |
Unter etwa zwanzig Minuten ist der aktuelle Wert wirklich die ganze Antwort. Ab einer Stunde lohnt sich der Blick darauf, wohin die Temperatur sich bewegt.
Wann die allgemeine Regel nicht trägt
- Die Sonne macht die Arbeit. Direkte Sonne an einem windstillen Tag kann 13 °C wie 18 wirken lassen. Im Schatten ist die Jacke wieder nötig.
- Es regnet und du trägst Baumwolle. Um 10 °C entzieht eine durchnässte Baumwollschicht mehr Wärme, als eine dünne Jacke hinzufügt. Du brauchst etwas, das Wasser abweist, nicht etwas, das isoliert.
- Du bewegst dich gleich. Zügiges Gehen erzeugt in etwa zehn Minuten spürbar Wärme. Zieh dich für Minute zehn an, nicht für die Haustür.
- Du bist überwiegend drinnen. Eine Jacke, die du den ganzen Tag trägst, ist unpraktischer als ein Pullover, den du anbehältst.
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur brauche ich eine Jacke?
Um 15 °C gefühlte Temperatur liegt für die meisten Menschen die Grenze. Bei Wind, im Schatten oder nach Einbruch der Dunkelheit verschiebt sie sich nach oben, bei Sonne und Windstille nach unten.
Soll ich mich nach dem Höchstwert oder dem Tiefstwert anziehen?
Nach dem Wert, der für die Stunden gilt, in denen du draußen bist. Wer früh losgeht oder spät zurückkommt, verbringt einen großen Teil des Tages näher am Tiefstwert als am Höchstwert.
Wie viele Schichten brauche ich wirklich?
Meistens höchstens drei: eine Schicht an der Haut, eine, die isoliert, und eine, die Wind und Wasser abhält. Unter etwa 0 °C verstärkt man besser die mittlere Schicht, statt eine vierte hinzuzufügen.